Montag, 9. September 2013

Herbst des Lebens

Im Herbst des Lebens erntet man,
was man im Laufe des Leben gesät hat.
Wenn ich auf mein bisheriges Leben zurückblicke,
so wird mir bewusst,
dass das Leben ein einziges Lernen ist.
In jungen Jahren ist man voller Tatendrang,
voller Neugier, Mut und Spontanität.
Man ist voller Lebensfreude, Lebenslust,
Kraft und Unbekümmertheit.
Man möchte das Leben „erfahren“ und genießen
und schaut nur nach vorne.
Man sammelt Eindrücke und Erfahrungen und denkt
eigentlich noch sehr wenig über sich selbst und das Leben nach.

 


Doch je älter ich wurde und je mehr Erfahrungen
ich gesammelt habe, desto aufmerksamer
und nachdenklicher wurde ich.
Irgendwann stellte ich fest,
dass es die traurigen Erfahrungen waren,
die mir Leid, Kummer, Trauer und Herzweh verursachten,
die mich achtsamer werden ließen,
die mich innehalten ließen, um intensiver über mich,
meine Mitmenschen sowie Gott und die Welt nachzudenken.
Ich begann die Menschen und meine Umgebung
aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten
und ging behutsamer mit mir selbst um.
Inzwischen lebe ich nur im Hier und Jetzt,
auch wenn ich mich natürlich manchmal frage,
was in meinem Leben wohl noch auf mich zukommt.
Ab einem bestimmten Alter macht sich wohl jeder mal
solche Gedanken.



Ernten darf ich nun,
was ich im Laufe meines Lebens gelernt habe.
Es ist ein ganz neues Lebensgefühl,
welches sich erst im Herbst des Lebens einstellen kann –
nämlich
mit großer Dankbarkeit auf mein bisheriges Leben
zurückblicken zu können und die Jahre,
die ich noch auf dieser Welt verweilen darf,
zu genießen.

Das Leben ist so schön, umso stiller und ruhiger es wird.
Die Stille sollte man jetzt genießen und nicht den Lärm.
Genau wie die Natur sich im Herbst zurückzieht,
so sollte sich auch der Mensch im Herbst seines Lebens
immer mehr zurücknehmen und nicht mehr versuchen
mit der Jugend mithalten zu wollen,
sondern sich auf das besinnen,
was das Leben und die Natur ausmacht.
Die Natur ist so traumhaft schön in all ihrer Vielfalt.
Die Jahreszeiten mit Sonne, Regen und Wind, Eis und Schnee.
Doch es ist der Herbst,
in dem die Früchte geerntet werden, in dem wir ein Fest feiern
und uns für die reiche Ernte bedanken.



Auch ich fühle mich im Herbst des Lebens
reich beschenkt und bereichert durch die Menschen,
die mich bis hierher auf meinem Weg begleitet haben.
Doch ich bin auch jenen Menschen sehr dankbar,
die mich nicht sehr lange ertragen konnten,
denn es waren gerade diese Menschen,
von denen ich am meisten gelernt habe
und immer noch lerne.

DANKE !



~*~*~*~

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Kommentare:

  1. das hast du sehr schön geschrieben

    lg gabi

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  2. Guten Tag liebe Laura, ist es nicht schön, das wr ab einem gewissen Alter, die Dinge mit anderen Augen betrachten. Ruhe und Stille der Natur, die Zeit, sie bewusst zu geniessen ist uns wichtiger geworden. Lärm und Hektik lassen wir hinter uns.
    Ich freue mich auf die Farbenpracht des Herbstes.
    Du hast es wieder wunderbar in Worte gefasst.

    Unsere Renovierung zieht sich, irgendwas ist schief gelaufen, die Fenster sind nicht geliefert worden.
    Ich hoffe das es nun bald zügig voran geht, denn es ist noch viel Arbeit.

    Einen schönen Tag wünsche ich dir und grüße ♥ lich
    Angelika

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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